„Wer in Verhandlungen auf Moral setzt, hat schon verloren“: Unsere NIUS-Autoren über das verdächtige Zusammenspiel von CDU, SPD und Grünen

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„Wer in Verhandlungen auf Moral setzt, hat schon verloren“: Unsere NIUS-Autoren über das verdächtige Zusammenspiel von CDU, SPD und Grünen
Bildquelle: NiUS

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Von Pauline Voss

Beim Verhandeln geht es nicht um Moral, sondern ums Gewinnen. Den Deutschen fällt es darum schwer, das Wesen von Verhandlungen zu erfassen. Wann immer irgendwo in der Welt ein Waffenstillstand beschlossen wird, stehen deutsche Reporter an der Frontlinie und zeigen sich besorgt ob der „anschwellenden Kämpfe“ ­– anstatt genau dies als Zeichen zu deuten, dass die Konfliktparteien sich an die Waffenruhe halten und zuvor möglichst viel Land gewinnen wollen.

Ähnlich fassungslos begleiten deutsche Medien die Gespräche des US-Präsidenten mit Putin, halten Trumps erratische Stimmungsumschwünge für eine Frechheit statt für eine Taktik.

Man muss also kein Genie sein, um in Deutschland Verhandlungen zu gewinnen. Oft genügt es, auf die Unfähigkeit des Gegners zu setzen, wie es derzeit SPD und Grüne tun, die Merz mal eben Klimaneutralität bis 2045 und dazu eine oder zwei Billionen Schulden abgerungen haben. Die Strategie, mit der die Union so viel Union wie möglich in den Koalitionsvertrag hieven will, lautet, an die moralische Lauterkeit und Vernunft eines Gegners zu appellieren, den die Union zuvor im Wahlkampf über Wochen als unlauter und irrational gebrandmarkt hat.

Was kümmert uns unsere Wahlniederlage von gestern?

Merz verkündete schon vor dem Wahltag, dass die SPD wegen ihres schlechten Ergebnisses schon zur Vernunft kommen und die Migrationswende herbeiführen werde. Nun zeigt er sich gewiss, dass die Sozialdemokraten im Gegenzug für die Milliarden auf Pump moralisch zu Zugeständnissen bei der Migration verpflichtet seien.

Das Gegenteil jedoch ist der Fall: Am Donnerstag forderten die SPD-Verhandler, dass ausreisepflichtige Migranten in Deutschland bleiben sollen; ein Frontalangriff auf Merz’ Migrations-Pläne. Wundern kann dies niemanden: Wer in Verhandlungen auf Moral setzt, hat schon verloren.

Von Julian Reichelt

Gemeinsam in Syrien: Annalena Baerbock und Armin Laschet

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