Zwischen 1871 und 1873 leitete der japanische Minister Iwakura Tomomi eine Delegation durch Europa und die Vereinigten Staaten. Die Japaner wollten, nach jahrhundertelanger stolzer Abschottung vom Rest der Welt, die westliche Kultur studieren, um von ihr zu lernen. Die Delegation musste feststellen, dass „unsere Zivilisation in vielerlei Hinsicht der ihren unterlegen ist“.
Da die Japaner zwar erkannten, dass der Westen erfolgreicher war, aber nicht genau wussten, woran das lag, kopierten sie in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts einfach alles. Sie übernahmen den britischen Goldstandard, die russische Verfassungslogik, britische Marinemanöver, deutsche Armeetaktiken, das amerikanische Schulsystem und sogar die westliche Kleidung. Preußische Schuluniformen prägten in privaten Eliteschulen den Alltag. Die kaiserlichen Funktionäre gaben ihre traditionelle Kleidung auf und ersetzten sie mit europäischen Anzügen. Der japanische Kronprinz Hirohito kleidete sich in den 1920er-Jahren bei der Londoner Schneiderei Henry Poole & Co. ein.
Informelle Aufnahme der kaiserlichen Familie beim Spielen eines Brettspiels (1950er Jahre): Kronprinz Akihito (links), Kaiserin Kojun (Mitte) und Kaiser Hirohito (rechts). Hirohito, der Shōwa-Kaiser (29. April 1901 – 7. Januar 1989), war der 124. Kaiser Japans nach der traditionellen Zählung. Er regierte vom 25. Dezember 1926 bis zu seinem Tod im Jahr 1989.
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