Der Streit um das dänische Grönland eskaliert zu einer historischen Farce: Erst droht US-Präsident Donald Trump NATO-Verbündeten wiederholt wegen der Arktisinsel mit Militärgewalt – doch die europäische und insbesondere die deutsche Reaktion gleicht einer Komödie. Hochmütig kündigte das Bundesverteidigungsministerium am Mittwoch eine kurzfristige Bundeswehr-Mission in Grönland an. Ganze 15 Soldaten sollten am Freitag zur Erkundung der Insel gemeinsam mit dänischen, britischen und niederländischen Soldaten dorthin reisen.
Bereits diese Ankündigung wirkte fragwürdig: Offiziell war die Mission nicht gegen Amerika gerichtet – die Amerikaner wurden von Dänemark sogar eingeladen, daran teilzunehmen. Vordergründig sollte die Aktion also eher eine Machtdemonstration der Europäer werden. In Richtung der US-Regierung, die zuvor immer wieder eine Annexion Grönlands mit Sicherheitsbedenken und dem fehlenden Verteidigungswillen der Europäer begründet hatte, sollte die Botschaft lauten: Wir können unsere Inseln auch selbst verteidigen! Doch dann drängt sich einem unwillkürlich die Frage auf: Weshalb schickt man dann nur 15 Mann? Wen soll diese Zahl beeindrucken?
Also ging es dann eigentlich doch vielmehr um reine Symbolik; eine Spitze gegen die USA? Eine Bundeswehr-Mission in Grönland ist tatsächlich historisch – vor allem, weil sie vor dem Hintergrund amerikanischer Drohgebärden in Richtung Europa geschieht.
ANGST IN ANKARA: Gutes Gespräch mit Putin ‒ Was hat Trump auf NATO-Gipfel vor? | WELT LIVESTREAM











