Wer eine Wohnung sucht, sucht auch eine schöne Küche - na klar. Bloß: Was ist eine schöne Küche? Die mit den hohen Wänden aus der Gründerzeit, die man mit viel Glück manchmal noch angeboten bekommt? Vorne zur Straße zwei repräsentative Zimmer, viel Luft, viel Licht. Nach oben endlos, Stuck, manchmal schöne Holzdielen. Man nennt es Berliner Zimmer. Dahinter aber, o je, verbaute Zimmerchen, zum Schlafen, für Gäste und -leider - auch zum Kochen.
Viele dieser klassischen Wohnungen sind heute bis zur Unkenntlichkeit zerlegt, konstatiert die Welt. Vier, fünf oder mehr Zimmer wurden zu drei Einheiten. Was bleibt, sind deformierte Grundrisse: fensterlose Schlauchbäder, ambitionslose Notküchen, „Berliner-Zimmer”-Appartements, in denen das ganze Leben in einem einzigen, unproportionierten Raum stattfindet.
Bei Küchen reicht die Spanne von prunkvoll bis weniger prunkvoll.
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