„Wir werden unsere Wähler nicht enttäuschen“, sagt Merz – und sieht sich „so wie Adenauer“

vor 5 Monaten

„Wir werden unsere Wähler nicht enttäuschen“, sagt Merz – und sieht sich „so wie Adenauer“
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Friedrich Merz wollte in seiner Parteitagsrede nicht schon wieder der „Außenkanzler“ sein und auch mal vor allem über das Inland und die Wirtschaft reden – das hörte man zumindest im Vorfeld aus der CDU. Das hat nicht so ganz geklappt. Den größten Teil seiner fast zweistündigen Ansprache auf dem Parteitag in Stuttgart verbrachte der Bundeskanzler damit, über die große Weltpolitik zu sprechen.

„Wir sind alle Zeitzeugen eines epochalen Wandels der globalen Ordnung“, führte Merz aus. Die regelbasierte Ordnung, so wie wir sie kennengelernt haben, wie sie unser politisches Leben bestimmt hat, existiert so nicht mehr. Eine neue Weltordnung, eine Großmacht-Ordnung, nimmt mit hoher Geschwindigkeit Gestalt an. Diese Veränderungen betreffen die globale Wirtschaft, die Ordnung des Welthandels – aber sie betreffen auch die Sicherheit Europas und die Rolle Deutschlands in der Welt.“

So redet er immer wieder – und auch stundenlang auf dem Parteitag. Alles, was auf der Welt gerade passiere, habe schließlich auch „eine enorme innenpolitische Dimension“, so der Kanzler, der sich auch an diesem Tag wieder in einer großen historischen Linie wähnt. „Wir zeigen so wie Konrad Adenauer Mut: Mut zu gestalten und Mut, uns auch in dieser Welt durchzusetzen.“

Merz sieht sich gerne in einer Linie mit Adenauer – in der Vergangenheit erklärte er gar, er habe es heute noch schwerer als der Nachkriegs-Kanzler im zerstörten Westdeutschland. Adenauer leitete eine neue Ära ein – und auch Merz sieht sich als Speerspitze des Weges in eine neue Ära, wie er den Delegierten erklärt. „In dieser neuen Ära zählt Stärke. Vor allem militärische, aber auch wirtschaftliche Stärke. Diese neue Welt ist rauer, und, ja, sie ist gefährlicher. Denn wo Regeln nicht mehr zählen, da steigt und wächst das Risiko von Konflikten.“

„Die neue Großmachtpolitik löst Kriege aus, wie wir in der Ukraine seit vier Jahren sehen“, führt Merz weiter. „Die neue Großmachtpolitik wird ausgetragen mit Zöllen, mit Subventionen und mit Begrenzung und Beschränkung von Marktzugängen. Zugleich verschärft sich die technologische Konkurrenz. Wer bei Halbleitern, künstlicher Intelligenz, Speichertechnologien zurückfällt, der verliert eben nicht nur wirtschaftliche Stärke – er verliert politische Gestaltungsmacht.“

Die neue Ära der Weltpolitik fordere auch eine Neubestimmung des Verhältnisses zu Washington, erklärt der CDU-Chef seiner Partei. Auch gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika verspüren wir diese Anspannung und auch die Notwendigkeit der Neubestimmung unseres Verhältnisses zu unseren amerikanischen Freunden.“

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