Die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) analysiert schonungslos den Zustand der deutschen Wirtschaft. Sie spricht von einer „Insolvenzwelle in Deutschland“, wie der Tagesspiegel berichtet. Drei Jahre ohne Wirtschaftswachstum schlagen sich nicht nur in der Zahl der Insolvenzen, sondern auch in den Unternehmensschließungen nieder. Die wenigsten Unternehmen schließen aufgrund einer Insolvenz – neun von zehn Unternehmen beenden ihr Geschäft, ohne pleite zu sein. Während über Insolvenzfälle oft berichtet wird, sterben die meisten Firmen eher im Stillen.
196.100 Unternehmen haben 2024 für immer geschlossen – 16 Prozent mehr als im Vorjahr. 2023 lag der Anstieg mit 2,3 Prozent noch deutlich niedriger. Das zeigen aktuelle Daten des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und von Creditreform. Der höchste Stand seit mehr als 20 Jahren.
Auffällig ist der starke Anstieg der Schließungen von Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern – ein Trend, der sich im dritten Jahr in Folge fortsetzt. 2024 wurden 4.050 solcher Betriebe abgemeldet, fast doppelt so viele wie in einem durchschnittlichen Jahr. Von der Schließungswelle sind alle Branchen betroffen.
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