Rezession, Wohlstandsverluste und Fachkräftemangel bestimmen die Wirtschaftslage in Deutschland. Es geht dem Land nicht gut. Wie kommen wir da wieder raus? Die Wissenschaft kann Antworten geben und die unterschiedlichen Stellschrauben und politischen Maßnahmen für mehr Wachstum und Wohlstand im demografischen Wandel berechnen. Die Ergebnisse sind klar. Nur, ob diese Stimme der Wissenschaft politisch auch gehört wird, ist fraglich. Dabei gilt doch sonst immer „Listen to the scientists“…
Das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut (HWWi) hat in seinem letzten Arbeitsmarktmonitor untersucht, welchen Effekt unterschiedliche Maßnahmen für den Arbeitsmarkt auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland haben werden. Dabei hat das HWWI gefragt und berechnet, welchen Effekt es hätte, wenn Frauen mehr in volle Erwerbstätigkeit gebracht werden würden, das Rentenalter erhöht werden würde, wenn es eine Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland gäbe und wenn der technische Fortschritt, also die Digitalisierung und Automatisierung in der Wirtschaft, deutlich ausgebaut werden würde.
Erhöhte Vollzeitbeschäftigung von Frauen hätte einen mittleren Effekt auf den Arbeitsmarkt.
Den größten Effekt hätten dabei eine Erhöhung des Rentenalters und eine konsequente Digitalisierung und Automatisierung in der Wirtschaft. Einen mittleren Effekt, der immer noch deutlich spürbar und positiv wäre, hätte das verstärkte Arbeiten in Vollzeit von Frauen in Deutschland. Den mit Abstand geringsten Effekt hat die Zuwanderung von Fachkräften.
Diese Ergebnisse widersprechen damit allen Erzählungen, die wir aus der Politik, vor allem von Grünen, Linken und der SPD hören, aber auch dem, was uns die Union gerne weismachen will. Denn da sind sich Friedrich Merz und Olaf Scholz einig: Über die Rente soll im Wahlkampf nicht gesprochen werden und eine Erhöhung des Renteneintrittsalters ist ein absolutes Tabu. Auch Grüne und Linke und das Bündnis Sarah Wagenknecht hüten sich davor, über einen späteren Renteneintritt zu reden oder diesen gar zu fordern. Die FDP fällt hier aus dem Rahmen, wobei die Liberalen schon länger ein späteres Renteneintrittsalter fordern, beziehungsweise überhaupt eine Pflichtverrentung zu einem bestimmten Alter abschaffen wollen. Und auch die AFD hat in ihrem Programm „Freiheit beim Renteneintritt“ stehen und will es jeder Person selbst überlassen, wann er oder sie in Rente geht.
Scholz und Merz sind sich einig, das Thema Rente im Wahlkampf auszusparen.
Ganz ähnlich verhält es sich beim Thema Einwanderung. Linke, Grüne und Sozialdemokraten verbreiten seit Jahren und Jahrzehnten das Narrativ, dass mehr oder weniger unbegrenzt viele Menschen nach Deutschland kommen müssen, um die Fachkräfte-Lücke zu füllen und den Wohlstand in Deutschland zu erhalten.
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