“Wohlfahrt”: Verbände fordern mehr Arme

vor 11 Monaten

“Wohlfahrt”: Verbände fordern mehr Arme
Bildquelle: Tichys Einblick

Es gibt in Deutschland Armut, die wir sehen. Etwa Rentner, die Flaschen aus dem Müll kramen müssen, um ihren Lebensabend zu finanzieren. Dann gibt es Armut, die wir nicht sehen. Etwa, wenn Familien sich ab dem 25. des Monats nur noch von Nudeln ernähren und das Kind sich krank meldet, weil die alleinerziehende Mutter nicht genug verdient, um die Klassenfahrt finanzieren zu können. Letztlich gibt es dann noch die Armut, die wir zählen – und um die ist jetzt ein Streit entbrannt.

Die 27 Mitgliedsstaaten hatten bisher unterschiedliche Definitionen für Armut und damit auch unterschiedliche Zählweisen für Armut. Deswegen hat die EU darauf bestanden, dass alle die gleiche Zählweise übernommen – so ließen sich die Zahlen der Staaten miteinander vergleichen. Für Brüssel eine erstaunlich sinnvolle Idee.

Das Statistische Bundesamt hat zuerst die europäische Zählweise übernommen, an der deutschen gleichzeitig aber festgehalten und beides gemeinsame veröffentlicht. Jetzt hat das Amt die deutsche Zählweise eingestellt. Nach der europäischen Rechnung kommt Deutschland auf eine Armutsquote von 15,5 Prozent – vorher waren es 16,6 Prozent. Das entspricht mehr als einer Million Betroffenen.

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