Wolfgang Kubicki ist charmant, eloquent – und ein Schlingel wie Friedrich Merz

vor 3 Monaten

Wolfgang Kubicki ist charmant, eloquent – und ein Schlingel wie Friedrich Merz
Bildquelle: Tichys Einblick

Wolfgang Kubicki repräsentiert den Typ Politiker, den es in Deutschland nicht mehr gibt. Er ist wirtschaftlich erfolgreich und damit unabhängig. Als Freiberufler mit eigenem Motorboot ist er der personifizierte Kernwähler der FDP. Er genießt den Erfolg, der ihn schier unangreifbar macht. Er provoziert und macht auf Macho, wobei hinter ihm seine starke Frau steht. Er ist der Grandseigneur im edlen Anzug. Neben ihm wirkt SPD-Chef Lars Klingbeil wie ein übergewichtiger Rüpel im zu engen Kommunionsanzug. Seine schillernde Persönlichkeit überstrahlt die graumäusigen Apparatschiks, die bei den Grünen und der CDU dominieren. Seine gewagten Sprüche verführen zum befreienden Lachen, das einem im Halse stecken bleibt, sieht man die drei Führungsfiguren der Grünen mit ihrer verbitterungs-feministischer Dauererregung vor sich. Kubicki ist Solist, kein Herdenabgeordneter. Er ist ein Gewinn für die Politik.

Der Lebemann Kubicki schleppt einen schweren Rucksack mit sich herum: die totale Selbstaufgabe der FDP in der rotgrüngelben Koalition. Habecks Heizungshammer – die FDP hat geschlossen mitgestimmt, Mieter und Hauseigentümer zu schikanieren, finanziell zu belasten und obendrauf mit einer neuen Heizungsbürokratie zu lähmen. Kubicki nannte das Gesetz wiederholt handwerklich schlecht und wirtschaftlich gefährlich, stellte das Verfahren infrage und warnte vor Vertrauensverlust – ehe er zustimmte.

Bei der Debatte um Bundeshaushalt und Schuldenpolitik warnte er vor „Tricksereien“ bei der Schuldenbremse, äußerte verfassungsrechtliche Zweifel und kritisierte Sondervermögen sowie Umgehungstatbestände – ehe er zustimmte.

Bei der Migrationspolitik und geforderten Asylverschärfungen will er deutlich härtere Maßnahmen, drohte mehrfach mit Bruch  der Koalition, kritisierte grüne Positionen – und stimmte zu.

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