In Deutschland ist es wieder so weit gekommen, dass Menschen mit unerwünschten Meinungen vom Staat und seinem Geheimdienst überwacht und kriminalisiert werden. Ausgerechnet die Medien, die eigentlich solche einer Demokratie unwürdigen Missstände anprangern und aufdecken sollten, nehmen in Teilen die Rolle des willigen Vollstreckers staatlicher Zersetzungsmethoden ein.
Am Freitag veröffentlichten der ZDF-„Satiriker“ Jan Böhmermann und die Zeit eine gemeinsame Recherche über einen YouTuber namens Clownie. Sein Vergehen? Er kritisiert die Regierung.
Die Zeit führt als Beweise für die falsche Gesinnung von Clownie seine „merkwürdigen Einstellungen“ an: So sei er der Meinung, dass die Warnungen vor dem Klimawandel Panikmache, dass transsexuelle Menschen krank seien, dass Frauen sich um Kinder, Küche und Haus kümmern sollten – und überhaupt kritisiere Clownie „häufig Fernsehsendungen der öffentlich-rechtlichen Programme oder die Pandemie-Maßnahmen der Bundesregierung“. Den krassesten „Beweis“ für angeblichen Antisemitismus, den die Journalisten anführen, ist die Bitte des YouTubers an seine Follower, ihm „Schekel“ zu spenden – was theoretisch auch ein Scherz oder ein Ausdruck der Sympathie für Israel sein könnte. Die Journalisten fanden also trotz intensiver Recherche keinerlei Belege für extremistische oder antisemitische Einstellungen.
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