Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Werden wir eines Tages in der Retrospektive die Zinswende an den globalen Anleihemärkten vor vier Jahren als einen solchen Schattenwurf identifizieren, als den Vorboten der folgenden Staatsschuldenkrise? Staaten, aber auch Haushalte und große Teile der Privatwirtschaft, ertrinken regelrecht in Schulden: Dem globalen Bruttoinlandsprodukt von rund 110 Billionen US‑Dollar lasten Schulden von etwa 250 bis 260 Billionen US‑Dollar auf der Schulter.
Auch Europa hat es unbestreitbar erwischt: Säulen der Eurozone – Frankreich, Italien oder Spanien – stecken Hals über Kopf mit Schuldenquoten von etwa 120 Prozent in einer veritablen Schuldenspirale, aus der es im Prinzip kein Entkommen mehr gibt, ohne schwerste soziale Krisen zu riskieren. Das süße Gift des billigen Kredits sickerte über Jahrzehnte in die Wohlfahrtssysteme, die überdehnten Subventionsapparate des Green‑Deals, und schuf die Illusion leistungslosen Wohlstands. Fiatgeld, also nicht gedeckter, regelrecht aus der Luft kreierter Kredit, ist das Gift, von dem schon Karl Marx wusste, dass es den Kapitalismus zersetzen würde.
Diese Logik materialisierte sich in Europa während der Staatsschuldenkrise vor anderthalb Jahrzehnten. Damals wurde die Bundesbank im Rahmen des Eurosystems – unter Führung der EZB – in das Rettungssystem der europäischen Staatshaushalte eingespannt.
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