Am vergangenen Wochenende schlossen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin das „Abkommen über Zölle und Handel“. Vergessen geht dabei oft, dass sich Trump zwar als Dealmaker im Dienste Amerikas versteht, dass aber die amerikanischen Verbraucher durch seine Zollpolitik mit erheblichen Mehrbelastungen zu kämpfen haben.
Wenn auch nicht aus der EU, ist Nestlé ein schönes Beispiel für diese Entwicklung: Der Nestlé-Konzern produziert die Kaffeekapseln allesamt in der Schweiz, die USA sind der wichtigste Absatzmarkt. Noch Anfang April hatte eine Kapsel Ristretto in den USA 85 Cent gekostet. Derzeit sind es 90 Cent. Nach der Verhängung eines Zolls in Höhe von 39 Prozent ab der kommenden Woche wird es demnächst mindestens ein Dollar sein, denn Nestlé denkt gar nicht daran, sich durch die Zölle die Margen kaputtmachen zu lassen – und auf ein qualitativ vergleichbares heimisches Produkt können die US-Konsumenten nicht ausweichen. Die Elastizität der Nachfrage beim Kaffee sei begrenzt, schrieb Nestlé im jüngsten Halbjahresbericht. Im Klartext: Die amerikanischen Verbraucher haben die Preiserhöhungen des Konzerns geschluckt, ohne weniger Kapseln zu kaufen.
Bei Nespresso-Produkten dürften die Amerikaner also fast die gesamten Trump-Zölle selbst bezahlen. Das wird zwar nicht in jedem Fall so sein, aber die US-Zölle treffen die nach Amerika exportierenden Firmen aus der ganzen Welt nicht in dem Maße, wie sich Donald Trump das vorstellt.
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