Ein Professor an einer hessischen Hochschule wurde am 15. Januar 2024 überraschend vom Dienst suspendiert, nachdem der Verfassungsschutz ihn dem „rechtsextremistischen Personenpotenzial“ zugeordnet hatte. Nach einem Termin beim Hochschulpräsidenten wurden dem Mann Schlüssel und Dienstlaptop abgenommen, der Zugang zur Hochschule beschränkt und der Kontakt zu Studierenden untersagt. Über den Fall berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung ausführlich.
Grundlage der Maßnahme war unter anderem eine einzige Übernachtung im Haus von Stephanie und Jürgen Elsässer in Berlin (beide führen das zwischenzeitlich verbotene Magazin Compact); daraus leiteten die Behörden eine politisch enge Verbindung ab. Der Professor erklärte, die Gastgeberin sei eine frühere Nachbarin und Bekannte aus kommunalpolitischen Zeiten gewesen; die Übernachtung sei spontan erfolgt, weil sein Hotel ausgebucht gewesen sei. In den Jahren zuvor war er zeitweise AfD-Kommunalpolitiker, hatte die Partei aber wieder verlassen. An der Hochschule machte die Suspendierung die Runde, ohne dass ein Dienstvergehen benannt wurde; Kollegen verschiedener politischer Prägungen hielten ihn für pflichtbewusst und unauffällig. Dennoch blieb die Suspendierung bestehen, während ein Disziplinarverfahren anlief.
Der Professor schildert die folgenden Monate als Abfolge von Vorladungen und Prüfungen, in denen auch Kontobewegungen abgefragt wurden und seine Frau aussagen musste. Die Hochschulleitung leitete ihm Schreiben des Innenministeriums weiter; zugleich durfte er sein Büro nur einmal, unter Aufsicht, räumen. Auf dem Campus herrschte eine Atmosphäre der Verunsicherung; in offiziellen Sitzungen wurde der Fall gemieden, auf den Fluren viel gemunkelt. Eine interne Bitte des Kollegiums, das Lehrverbot aufzuheben, blieb ohne Erfolg. Als seine Klage zunächst scheiterte, wandte das Opfer sich an den Hessischen Verwaltungsgerichtshof.
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