Die TU Chemnitz hat dem CDU-Politiker Mario Voigt den Doktortitel entzogen, doch dieser wettert gegen die Universität und kündigt rechtliche Schritte an. Obwohl der Titelentzug reine Privatsache ist, geht er damit noch vor der Universität an die Öffentlichkeit, indem er die Staatskanzlei für eine Pressemitteilung missbraucht. Er geht nicht nur in die Offensive, sondern verunglimpft die Universität dreist, deren erweiterter Fakultätsrat nach sehr langer Prüfung einstimmig zu dieser Entscheidung gekommen ist.
Schon aufgrund dieser Einstimmigkeit der Fakultätsmitglieder kann sich Voigt doch nicht ernsthaft auf ein einziges externes Gutachten berufen, dessen Urteil ihm genehmer war. Die Presse aber übernimmt seine Pressemitteilung kommentarlos. Die politische Brisanz war den Professoren ganz sicher bewusst, weshalb sie sich für die Entscheidung fast anderthalb Jahre Zeit gelassen und den Fakultätsrat erweitert haben.
Es geht gar nicht darum, dass im Nachhinein Richtlinien in Bezug auf den Umgang mit Plagiatsvorwürfen geändert und auf seine Arbeit angewandt wurden, sondern darum, dass Voigts Doktorarbeit gegen ganz wesentliche wissenschaftliche Standards verstößt. Er hat aus der Sekundärliteratur zitiert, ohne die primären Quellen zu prüfen. Das jedoch ist ein Grundpfeiler wissenschaftlichen Arbeitens. Im Grunde müsste man ihm das Diplom gleich mit entziehen, denn er hat wissenschaftliches Arbeiten offensichtlich nie gelernt.
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