„Gott ist superqueer“ und „Jesus war Feminist.“ Mit Formulierungen wie diesen hat die Berliner Pfarrerin Maike Schöfer ihre Vorstellungen von Glauben und Kirche umrissen. In einem Interview mit dem Spiegel spricht sie über ihre feministische Bibelauslegung, das kirchliche Verhältnis zur Sexualität – und über Lippenstift im Pfarramt.
Sexualität, so Schöfer, sei „Teil des Menschseins“ und müsse daher „auch für die Kirche ein Thema sein“. Die großen Kirchen hätten das Thema über Jahrzehnte beschämt oder ignoriert und damit mitverantwortet, dass Sexualität bis heute mit Scham und Tabu belegt sei.
In sozialen Medien erklärt sie zum Beispiel, Masturbation sei kein Problem – im Gegenteil. Sie werde immer wieder gefragt: „Ist es unrein, wenn ich masturbiere?“ Ihre Antwort: „Natürlich nicht! Du kannst alles tun, was du möchtest, und wenn es sich gut für dich anfühlt, dann machst du das!“ Theologisch begründet sie das mit dem Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Masturbation sei, so Schöfer, ein „Liebesakt an sich selbst“.
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