Die Partei Bündnis 90/Die Grünen befindet sich auf dem absteigenden Ast. Vor allem im Osten der Republik scheiterten sie regelmäßig an der Fünf-Prozent-Hürde, zuletzt etwa in Thüringen und Brandenburg. Doch auch im Westen Deutschlands gab es deutliche Rückschläge: Mit 4,995 Prozent verpassten sie 2022 im Saarland nur knapp den Einzug in den Landtag. Doch raus ist raus.
Ihren historischen Höhepunkt erreichten die Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, wo sie einen Wähleranteil von 32,6 Prozent verzeichneten. Seitdem geht es jedoch kontinuierlich bergab. Derzeit liegen sie bundesweit in Umfragen noch bei rund elf bis zwölf Prozent. Ihr politischer Einfluss scheint zu schwinden.
Doch dieser Eindruck trügt. Die historische Mission der Grünen, Deutschland auf einen radikal grünen Transformationspfad seiner Ökonomie zu führen, darf als weitgehend erfüllt betrachtet werden. Viele zentrale Elemente ihres Parteiprogramms wurden von sämtlichen Brandmauerparteien bis hin zur Union nahezu vollständig übernommen. Heute gilt die Klimapolitik in ihren Ausformungen als Hauptkampflinie zur Verteidigung des alles überlagernden grünen Komplexes.
Der sichtbare Kollateralschaden ist erheblich: Die Deindustrialisierung eines Landes, das seine geopolitische Bedeutung lange ausschließlich aus seiner Ingenieurskunst und seiner Fähigkeit ableitete, globale Industrietrends zu setzen und daraus Wohlstand zu generieren, befeuert Verarmungstendenzen und hat die soziale Maschine des Landes schwer beschädigt. Die Zeiten einer deutschen Sonderstellung durch eine starke Wirtschaft gehören endgültig der Vergangenheit an – nicht zuletzt dank der grünen Ideologie.
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