„Das unterschreiben zeitgeistesgestörte Entertainment-Nutten“: Comedian Kay Ray berichtet von Witzeverbot in woken Theatern

vor 8 Monaten

„Das unterschreiben zeitgeistesgestörte Entertainment-Nutten“: Comedian Kay Ray berichtet von Witzeverbot in woken Theatern
Bildquelle: NiUS

Schluss mit lustig: Im Kölner Gloria-Theater müssen alle Künstler eine „Antidiskriminierungsverpflichtung“ unterschreiben. Bei Verstößen – also Gags, von denen sich jemand gekränkt fühlt – wird die Gage nicht ausgezahlt. Das Hamburger Centralkomitee fordert das Publikum sogar zum Petzen auf, gern auch anonym.

„Selbsternannte Tugendwächter“, so berichtet der Travestiekünstler, Entertainer und Comedian Kay Ray in seinem Podcast „Schönes Wochenende“, zwingen Künstler, die bei ihnen auftreten, zum Unterschreiben eines Vertragszusatzes, der sich „Antidiskriminierungsverpflichtung“ nennt. Demnach gilt es, „jede Diskriminierung“ abzulehnen und sich „zu gesellschaftlicher Diversität zu bekennen“.

Wörtlich heißt es darin:„Eine Diskriminierung im Sinne dieser Vereinbarung liegt vor, sofern eine Person wegen ihres Geschlechts, ihrer Geschlechtsidentität oder ihres Geschlechtsausdrucks, wegen einer physischen oder psychischen Behinderung oder Einschränkung, wegen äußerer und/oder (vermeintlich) kultureller Merkmale, wegen des Namens, der ethnischen oder sozioökonomischen Herkunft, wegen ihrer Religion oder ihrer Weltanschauung, wegen des Alters, der sexuellen Orientierung oder der sexuellen Identität benachteiligt, abgewertet oder herabgewürdigt wird.“

Im Klartext: keine Gags, von denen sich Angehörige der genannten Gruppen beleidigt fühlen könnten. Der Künstler hat also zu antizipieren, von welchem Witz sich irgendjemand auf den Schlips getreten fühlen mag. Was in letzter Konsequenz bedeutet und wie Kay Ray es ausdrückt: „Wenn man das ernst nimmt, kann man nur noch Witze über die Geräusche von Kaffeemaschinen machen.“

Da Witze fast immer auf Kosten von irgendjemand gehen, wird einem Kabarettisten damit tatsächlich das Geschäftsmodell zerstört. Wer sich jeden Gag verkneift, über den sich einer aufregt, braucht gar nicht erst die Bühne zu betreten.

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