Die Bundesrepublik hat eine neue „Staatsaffäre“: Seit dem Wochenende wird über den Auftritt von Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas beim Arbeitgeberverband nicht nur in der SPD, sondern inzwischen auch auf allen Social-Media-Plattformen emotional diskutiert. Dabei begann alles mit einer Szene, die eigentlich kaum mehr als ein Schulterzucken auslösen sollte: Auf dem Arbeitgebertag in Berlin wurde die Ministerin ausgelacht.
Bas hatte dort die Rentenpolitik der SPD verteidigt – insbesondere die sogenannte Halteleine, die das Rentenniveau stabilisieren soll und deren Kosten laut Bas nicht bei den Beitragszahlern, sondern beim Staat lägen. Der Saal reagierte darauf mit Heiterkeit, es wurde laut gelacht. Das war vielleicht unhöflich, aber in einem Land, das stolz auf seine Meinungsfreiheit ist, nicht völlig ungewöhnlich. Auf dem Juso-Kongress erzählte Bas die Episode später mit kämpferischem Unterton und deutete an, dass man nun ja wisse, „gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen“.
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch wollte die Ministerin nun demonstrativ unterstützen: Auf einer Pressekonferenz in Berlin rüffelte er die Arbeitgeberverbände und erklärte, das Auslachen einer Ministerin „gehe überhaupt nicht“. Ein Satz, der in sozialen Netzwerken prompt zu einem beliebten Zitat wurde – nicht zuletzt, weil viele Bürger die Frage stellten, seit wann Lachen eigentlich zur sicherheitsrelevanten Handlung geworden sei. Ein X-User meinte auch, er fühle sich an die dunklen Zeiten der DDR erinnert.
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