Geopolitik: Europa im Tiefschlaf

vor 3 Monaten

Geopolitik: Europa im Tiefschlaf
Bildquelle: Tichys Einblick

Die Straße von Hormuz wurde zum Sinnbild für die geostrategische Großwetterlage: Der maritime Flaschenhals erteilt uns eine Lehrstunde in Sachen Geostrategie und Machtpolitik – etwas, wovon man vor allen Dingen in Deutschland seit Jahrzehnten nichts mehr wissen wollte. Nach drei Dekaden der Sorglosigkeit und des festen Glaubens an Fukuyamas These, dass eine Welt der globalisierten und freien Märkte die Menschheit pazifizieren würde, herrscht nun Katerstimmung.

Sichere Transportwege, Preissetzungsmacht an den Rohstoff- und Energiemärkten, aber auch das Versicherungswesen – die Intervention der USA im Iran ist vielschichtig. Dies gilt sowohl im Hinblick auf den sich aufschaukelnden Ressourcenkrieg mit China als auch auf ganz anderen Ebenen wie der besagten maritimen Versicherungswirtschaft.

Zwischen den USA und der City of London – genauer gesagt dem führenden Versicherungsclub um Firmen wie Lloyd’s, Skuld, NorthStandard oder London P&I – ist ein regelrechter Krieg um dieses Marktsegment ausgebrochen.

Unmittelbar zu Beginn des Konflikts suspendierten Londoner Versicherungen zahlreiche Kriegsrisikoversicherungen für Schiffe in der Straße von Hormuz. Alternativ wurden Versicherungen mit einer zwölffach höheren Prämie angeboten – unter diesen Bedingungen lohnt die Durchfahrt aber nicht mehr. Tanker, die indische oder chinesische Häfen ansteuern, werden häufig außerhalb westlicher Versicherungssysteme abgesichert. Ihnen hilft die Zusage der iranischen Regierung, die Schiffe passieren zu lassen.

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