„Geschichte Palästinas“ ohne Terror: Deutschlandfunk betreibt dreiste Geschichtsklitterung

vor 11 Monaten

„Geschichte Palästinas“ ohne Terror: Deutschlandfunk betreibt dreiste Geschichtsklitterung
Bildquelle: NiUS

Der Deutschlandfunk erklärt die „Geschichte Palästinas“. Das Problem dabei: Er lässt alle Fakten beiseite, die der Erzählung von einer unschuldigen „Nation ohne eigenen Staat“ widersprechen. Den Begriff „Terror“ sucht man vergeblich, ebenso alle Angebote, die von den Palästinensern abgelehnt wurden. NIUS stellt einen Fall von eklatanter Desinformation vor.

Warum haben die Palästinenser noch immer keinen eigenen Staat? Das ist eine gute Frage, die sogar ziemlich einfach zu beantworten ist: weil sie bis heute jede jüdische Präsenz im Land ablehnen und bis aufs Blut bekämpfen. Aber der Deutschlandfunk in Gestalt von „rzr“, wer auch immer sich hinter dem Kürzel verbergen mag, hat seine eigene Art, Historie zu erzählen, und zwar, indem er die wichtigsten Fakten zum Verständnis des israelisch-palästinensischen Konflikts einfach ignoriert.

Der Beitrag geht chronologisch vor, was es ungemein erleichtert, die Lücken zu erkennen, die den Text vollkommen wertlos machen. Er beginnt mit der Behauptung, der Begriff Palästinenser leite sich von den alten Philistern ab, obwohl die Araber, die heute unter diesem Begriff firmieren, mit diesen nicht das Geringste zu tun haben. Dass das „Heilige Land“ von 1000 v. Chr. (mit Jerusalem als Hauptstadt) bis 70 n. Chr. mit einigen Unterbrechungen jüdisch besiedelt und als Staat Israel bzw. Juda bekannt war, wird weggelassen, lediglich der Tempel erwähnt.

Wir springen ins Jahr 1917, als die Briten im Ersten Weltkrieg das 400 Jahre lang von den Osmanen (Türken) beherrschte Gebiet erobern. Zu diesem Zeitpunkt leben neben den alten jüdischen Gemeinden bereits Zionisten im Land, die auf einen jüdischen Staat hinarbeiten. „Nach dem Krieg etablierten die Briten das Mandatsgebiet Palästina, das Mandat wurde 1922 vom Völkerbund ratifiziert“, berichtet der DLF. „Heute ist mit dem Begriff Palästina die Forderung nach einem unabhängigen palästinensischen Staat verbunden. Als palästinensische Gebiete werden dabei das Westjordanland, Ostjerusalem und der Gazastreifen genannt.“ Das ist richtig, allerdings umfasste das damalige britische Mandatsgebiet auch das heutige Jordanien.

Im September 1922 teilten die Briten das britische Mandatsgebiet Palästina nämlich auf, indem sie den Teil östlich des Jordans abtrennten, um das halbautonome Emirat Transjordanien zu schaffen – ein Herrschaftsgebiet für den zweiten Sohn des Haschemiten Hussein Ibn Ali, Abdallah Ibn al-Hussein. Sein bei den Engländern in Ungnade gefallener Vater wurde von Abd al-Aziz ibn Saud aus Mekka vertrieben.

Das bedeutet: Drei Viertel des Mandatsgebiets wurden den Arabern übergeben (heute der Staat Jordanien, dessen Einwohner zu 70 Prozent Palästinenser sind). Viele Israelis sind der Auffassung, dass die Araber „Palästinas“ damals bereits ihren Staat bekamen. Das deutlich kleinere Gebiet westlich des Jordans sollte dann noch einmal geteilt werden. Der relevanteste Plan aus dem Jahr 1947 war dann entscheidend.

1922: Die Briten trennen drei Viertel Palästinas ab, Jordanien entsteht – aber nicht im DLF.

Deutschlandfunk: „Der Plan für die Zwei-Staaten-Lösung orientierte sich grob an den bestehenden Siedlungsverhältnissen. Die jüdische Bevölkerung nahm ihn an. Die arabischen Staaten lehnten ihn ab. Die geplante Aufteilung sei als ungerecht empfunden worden, erläutert Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Etwa 30 Prozent der Gesamtbevölkerung in Palästina seien Jüdinnen und Juden gewesen, der jüdische Staat hätte aber 56 Prozent des Territoriums ausgemacht.“

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