Ali Chamenei ist tot – der 86-jährige Oberste Führer der Islamischen Republik Iran starb unter den Eröffnungssalven der israelisch-amerikanischen Luftangriffe in den Trümmern seines Palastes. Viele Iraner jubeln, und das mit Recht. Denn während Chameneis Vorgänger, Ruhollah Chomeini, das Gesicht der islamistischen Revolution von 1979 bleibt, hat wohl niemand den gegenwärtigen Iran so geprägt wie der jetzt verstorbene Ayatollah.
Die Biographie Chameneis ist gewissermaßen die Biographie der Islamischen Republik im Iran. Geboren als Sohn eines Klerikers in der für Schiiten heiligen Stadt Mashhad, war ihm die Revolution quasi in die Wiege gelegt – schon sein Großvater hatte sich an islamistischen Aufständen gegen die Monarchie im Iran beteiligt.
Schon in seiner Jugend radikalisierte sich Chamenei – er erlebte den CIA-Putsch gegen den sozialistischen iranischen Präsidenten Mossadegh und die Reinstallation des Schahs Reza Pahlavi inklusive dessen Gewaltherrschaft. Als Jugendlicher war er inspiriert von islamistischen Terroristen wie dem später hingerichteten Navab Safavi, der mit seiner Organisation Fedajin-e Islam (zu Deutsch in etwa „Die, die sich für den Islam opfern“) Mordanschläge im Iran verübte. Eine Prägung, die ihn zeitlebens nicht mehr verlassen sollte.
Dass Chamenei einmal der Oberste Führer der Islamischen Republik werden würde – das war auch nach der Islamischen Revolution nicht abzusehen. Schon seit den 60er-Jahren befand Chamenei sich im islamistischen Widerstand gegen das Regime des Schahs, wurde mehrmals verhaftet – erwarb sich aber das Vertrauen von Ayatollah Ruhollah Chomeini.
Es war dieses Vertrauen, das die Weichen für Chameneis Weg bis ganz nach Oben stellen sollte – mit dem Sieg der islamischen Revolution 1979 begann auch der Aufstieg des späteren Machthabers. Chomenei machte seinen späteren Erben 1980 zum Vorbeter der zentralen Moschee in Teheran. Eine Position, in der der Theologe Chamenei regelrecht aufblühte. Der vom Regime als brillanter Redner geschätzte Kleriker machte mit Scharfmacher-Reden auf sich aufmerksam. Als Vorbeter wird er ab diesem Zeitpunkt maßgeblich zur Radikalisierung der Zustände im Iran beitragen – unter anderem als vehementer Fürsprecher der drakonischen Gesetze gegen Frauen.
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