Man stelle sich vor, die deutsche Bundeswehr wäre eine Armee die abschrecken und Präsenz zeigen wollte. Abschreckung und Bündnisfähigkeit wollen wir gar nicht erwähnen. Dann hätte man eventuell erklärt, warum 15 Soldaten, unter Führung eines Flottillenadmirals, binnen Stunden nachdem sie unter großem Presserummel angereist waren, Grönland wieder verlassen haben.
Was sich, wie die Bildzeitung berichtet, in Nuuk abspielte, ist ein Lehrstück deutscher Außen- und Sicherheitspolitik. Ohne Ziel, ohne Plan. Gestern Hüh, Heute Hott. Es sieht so aus, als wollte die deutsche Politik die Beurteilung des italienischen Außenministers, dass die ganze Angelegenheit ein Witz sei, nachträglich bestätigen. Zunächst war die offizielle Linie: Man bleibe länger, prüfteOptionen, berät sich mit den Dänen. Jetzt: Abflug bei Tagesanbruch. Keine Erklärung, keine Kommunikation. Der Abmarschbefehl kam kommentarlos frühmorgens aus Berlin.
Eine Erkundungsmission der NATO, auf Einladung Dänemarks, mitten in einer geopolitisch sensiblen Region, reist übereilt an und verlässt dann fluchtartig das Feld. Weder das Verteidigungsministerium noch das Auswärtige Amt glauben dazu Erklärungen abgeben zu müssen. Schweigen ist offensichtlich die neue, dem Gegner überlegene strategische Doktrin.
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