So gut wie kein Kameramann, kein Fotograf der nicht-arabischen Welt war zumindest in den letzten drei Monaten in Gaza. Das bestätigte ein Pressesprecher der Israel Defence Forces (IDF) auf Anfrage gegenüber Tichys Einblick. Es sei lebensgefährlich für Nicht-Gaza-Bewohner, sich in dem noch immer teilweise von Hamas-Terroristen beherrschten Küstenstreifen zu bewegen. Organisierte IDF-Einladungen für ausländische Korrespondenten und Kamerateams wie im Jahr 2024 könnten aus Sicherheitsgründen nicht mehr durchgeführt werden. Daraus ergibt sich zwingend: Die aktuellen Videos und Fotos von hungernden Kindern, verwahrlosten Familien, Toten und Verletzten stammen fast ausnahmslos von lokalen Kamerateams, die auch bei den ausgehandelten Freilassungen von israelischen Geiseln mehrfach sichtbar agierten.
Bilder, die nach draußen dringen, müssen der Ideologie der Terror-Organisation Hamas gehorchen. Verstößt ein Lieferant von Bildmaterial dagegen, muss er um sein Leben bangen. Die Korrespondenten von ARD und ZDF – nicht nur sie – betexten das Bildmaterial, verheimlichen dem Zuschauer die Quelle. „Fake News“ nehmen ihren Lauf.
Es ist seit jeher ein ungeschriebenes Gesetz bei TV-Beiträgen, dass Berichte mit Namen des Kameramanns und der Schnittbearbeitung in einer „Bauchbinde“ ausgewiesen werden. Diese Gepflogenheiten gibt es bei der Nahost-Berichterstattung so gut wie nicht mehr. Eine Ausnahme war ein „Weltspiegel“-Bericht vom 12. Mai 2025. Dort wurden ein „Mohammad Abu Saif“ als Producer und „Sawah Abu Saif“ als Kameramann genannt, ohne dass die Moderatorin erklärt hat, um wen es sich bei diesen Personen handelt. Der Zuschauer will sicher erfahren, ob es sich bei den beiden um Hamas-unabhängige „Mitarbeiter“ handelt. In der Regel werden nur die „Mikrofonhalter“ namentlich gekennzeichnet und im Live-Gespräch zu Beginn und am Ende begrüßt bzw. verabschiedet.
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