Der nächste Bundespräsident solle eine Frau sein, ließ Bundestagspräsidentin Julia Klöckner kürzlich verlauten. „Auf der Liste der Bundespräsidenten stehen seit 1949 zwölf Männer, keine Frau. Das ist das Gegenteil von Gleichberechtigung“, sagte sie gegenüber dem Stern.
Das ist Blödsinn: Natürlich sagt es absolut nichts über Gleichberechtigung aus, dass bisher keine Frau dieses Amt innehatte. Denn Frauen waren und sind vollkommen gleichberechtigt, in dieses Amt gewählt zu werden, die Frage ist nur, ob die Mitglieder der Bundesversammlung ihnen ihre Stimme geben wollen.
Aber sowohl Tonfall als auch intellektuelles Niveau der Äußerung sind symptomatisch für Diskussionen über Gleichberechtigung. Offenbar haben Frauen, die sich aufgrund ihrer Ämter für ihre Geschlechtsgenossinnen einsetzen sollten, vergessen – oder nie erlebt –, welchen Schwierigkeiten Frauen heute gegenüberstehen.
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