In den deutschen Medien hat Kamala Harris schon gewonnen, aber Vorsicht …

vor mehr als 1 Jahr

In den deutschen Medien hat Kamala Harris schon gewonnen, aber Vorsicht …
Bildquelle: NiUS

Wieder einmal blenden unsere TV- und Radiosender und die gedruckten Blätter aus ideologischen Gründen die Realität aus. Alles, was für Trump spricht, kommt in der Berichterstattung nicht vor – und wer ihn unterstützt, wird entweder ignoriert oder, wie Elon Musk, dämonisiert. Das hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Sie wird die deutschen Journalisten einmal mehr hart treffen.

Zwei Wochen vor den US-Präsidentschaftswahlen ist das Rennen besonders knapp. Insgesamt sieht es so aus, als würde eine relativ knappe Mehrheit der 244 Millionen wahlberechtigten Amerikaner für Kamala Harris stimmen, doch das Mehrheitswahlrecht ist entscheidend, und das basiert auf dem Prinzip „Der Gewinner bekommt alles“: Der Kandidat mit den meisten Stimmen in einem Bundesstaat gewinnt alle Wahlmänner (und -frauen) dieses Staates für sich. Am Ende ist es das Electoral College, die Versammlung der von den Bundesstaaten abgesandten Vertreter, das den Präsidenten wählt: insgesamt 538. Also sind 270 Wahlmännerstimmen nötig, um ins Weiße Haus einzuziehen.

Das Rennen um den Schreibtisch im Oval Office zwischen Donald Trump und Kamala Harris ist eng. Die Nachrichtenwebsite Fivethirtyeight prognostiziert eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit für einen Trump Sieg.

Fivethirtyeight (538) heißt auch eine Nachrichtenwebsite mit den Schwerpunkten Statistik und Datenjournalismus, insbesondere Wahlprognosen. 2008 vom Journalisten, Autor und Statistiker Nater Silver gegründet, gehört die Plattform seit 2018 zu ABC News. Sie erhebt Daten aller relevanten Umfrage-Institute aus den USA und errechnet einen landesweiten Durchschnitt – oft erstaunlich exakt. In den aktuellen Prognosen wird – anders als noch vor einigen Tagen – eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit für einen Trump-Sieg prognostiziert.

Besonders aufschlussreich ist die Schlangengrafik. Sie zeigt den Weg zu den benötigten 270 Stimmen. Abgebildet werden die Bundesstaaten, die für die Kandidaten von Bedeutung sind (blau für die Demokraten, rot für die Republikaner). Je länger der jeweilige Abschnitt, desto mehr Wahlmännerstimmen sind zu holen. Und je dunkler die Farbe, desto sicherer ist der jeweilige Bundestaat für die beiden Parteien; je heller, desto knapper wird es. Für die Demokraten sind (ganz links) etwa die Neuengland-Staaten und das bevölkerungsreiche Kalifornien eine sichere Bank, für die Republikaner am anderen Ende Wyoming, West Virginia, Oklahoma usw.

Die Schlangengrafik der Nachrichtenseite Fivethirtyeight (538).

Dort, wo das Rennen besonders knapp ist, die Kandidaten mehr oder weniger gleichauf liegen, gehen die hellblauen bzw. -roten Abschnitte in ein Grau über. Das sind die sieben Schlüsselstaaten auch Battleground States oder Swing States genannt. Dort sind insgesamt 93 Stimmen zu holen, 19 davon in Pennsylvania, jeweils 16 in North Carolina und Georgia. In den beiden letztgenannten Staaten liegt Trump knapp vorn, deshalb kommt Pennsylvania besondere Bedeutung zu. Heißt: Holt Trump auch diesen Staat, kann er „den Sack zumachen“. Harris hingegen müsste gleich mehrere der Swing States gewinnen, um auf die 270 benötigten Wahlmänner (ZDF heute: „Wahlleute“) zu kommen.

Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Lancaster, Pennsylvania.

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