Das Land, dass unter den Nationalsozialisten bis zum Schluss verbissen gegen die Freiheit kämpfte, ist dasselbe Land, dass sich heute belügt, indem es die Niederlage in Befreiung umdichtet. Dieses Land, dem die Demokratie und die freie Marktwirtschaft von den amerikanischen Siegern aufgezwungen werden musste glaubt zum dritten Mal, in kaum mehr als hundert Jahren, wieder all seine Ressourcen einem ideologischen Wahn glaubt opfern zu müssen. Dieses Land, das in seiner einzigartigen moralischen Hybris einmal mehr glaubt, alle Welt in allem belehren zu müssen sieht sich als Musterbeispiel der „freien Welt“. Diese Deutschland allerdings ist kein Vorbild.
Doch freie Welt bedeutet Eigenverantwortung statt staatlicher Gängelung, bedeutet Herrschaft des Rechts, was nichts anderes ist als der Schutz des Einzelnen vor der Übergriffigkeit des Staates. Es bedeutet, dass jeder mit den eigenen Mitteln, an jedem Ort und zu jeder Zeit selbst entscheiden kann, wie er wirtschaftlich tätig sein will. Es bedeutet, in freien Wahlen seine Repräsentanten zu wählen, die nicht vorher von Wenigen in Hinterzimmern auf Listen gepackt wurden, und vor allem, noch wichtiger, diese auch wieder abwählen zu können. Es bedeutet freien Zugang zu Informationen und Wissen.
Wer die Opposition zu Feinden erklärt, den Inlandsgeheimdienst und vom Staat bezahlte Trupps gegen sie einsetzt, wer Wahlen rückgängig macht, wer die freie Meinung zensiert und diejenigen, die nicht der eigenen Meinung sind, mit Gefängnisstrafen bedroht, weil sie angeblich Lügen und Hass und Hetze verbreiten, ist nicht Teil dieser „freien Welt“.
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