Keine Zensur mehr bei Facebook: Wenn im Deutschlandfunk „diskutiert” wird, müssen alle einer Meinung sein

vor mehr als 1 Jahr

Keine Zensur mehr bei Facebook: Wenn im Deutschlandfunk „diskutiert” wird, müssen alle einer Meinung sein
Bildquelle: NiUS

In einem Medien-Podcast des Deutschlandfunks reden vier Teilnehmer über die Abschaffung der Faktenchecker bei Facebook und Instagram – und alle stoßen ausnahmslos ins gleiche Horn: Meinungsfreiheit ist gefährlich, es braucht „Einordnungen“ durch Leute mit Expertise, „journalistische Medien“. Ungeheuerlich, dass man auf die jetzt verzichten will!

„Echokammer“ nennt man einen Ort, an dem sich die Anwesenden zwar über ihre politische Meinung austauschen, aber vom Konsens abweichende Meinungen nicht stattfinden, die Teilnehmer sich vielmehr gegenseitig in ihren Ansichten bestätigen. Ein Echokammerspiel der besonderen Art fand vor wenigen Tagen im Medien-Podcast „Nach Redaktionsschluss“ des Deutschlandfunks statt.

Über die von Mark Zuckerberg angekündigten Änderungen bei Meta (Facebook, Instagram) ließe sich trefflich streiten, doch die Zeiten journalistischer Vielfalt sind in den öffentlich-rechtlichen Medien vorüber, statt Hauser & Kienzle gibt es Kienzle & Kienzle, und wie um den Vorwurf der Einseitigkeit zu bestätigen, hat die Redaktion drei Gäste zugeladen, die mit Moderatorin Fanny Buschert „Vier Stühle, eine Meinung“ durchspielten.

Beim Circle Jerk machen mit: der Journalist Gavin Karlmeier (entwickelte Funk-Formate, betreut heute die Audience-Development-Einheit des WDR-Newsrooms und entwickelt Podcasts für den Deutschlandfunk), die Deutschlandfunk-Faktenprüferin Sarah Schmidt (auch für Correctiv tätig) und Eva Flecken, Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg.

Zuckerberg will die freie Rede stärken und die Zensur abschaffen, das macht dem panischen Quartett richtig Sorgen. Dass die US-Regierung Druck auf Meta ausgeübt hat, um unerwünschte Meinungen zu löschen, Accounts zu sperren oder Meinungen von „Faktencheckern“ anzuheften, die sie ins Reich der Lüge verwiesen, sollte Journalisten, jedenfalls im freien Westen, zu denken geben, aber das ist nicht das Thema, sondern: Was bedeutet Zuckerbergs Kehrtwende für die deutsche Medienwelt?

Elon Musk und Mark Zuckerberg sind bei uns jetzt als „Tech-Mogule“ verrufen.

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