In Lüneburg trugen am Mittwoch etwa zwölf Männer unterschiedlichen Alters öffentlich auf dem Marktplatz Röcke, um so Männlichkeit und Rollenvorstellungen zu hinterfragen. Man wolle sich damit beschäftigen, warum Männlichkeit scheinbar so fragil sei. Eine private Initiative forderte anlässlich des „Rethink Masculinity Day“ zu dieser auffälligen Aktion auf. In der Landeszeitung Winsener Anzeige wurde ein historisches Beispiel bemüht: Schottenröcke. Allerdings sind Schottenröcke für Männer und Frauen unterschiedlich gestaltet.
Während manche der Männer – vor allem jenseits der fünfzig – schon öfter Röcke tragen, hat der Initiator der Veranstaltung selbst zum ersten Mal einen in der Öffentlichkeit an. „Das ist eine sehr körperliche Erfahrung. Ich habe zum Beispiel schon überlegt, in welchen Laden ich hineingehe, und in welchen nicht.“ Eigentlich sei der Rock nur ein Stück Stoff, doch er fürchte die Reaktion anderer Männergruppen. „Es gibt sicher auch Frauen, die einfordern, dass ein Mann männlicher zu sein hat, aber Angst vor physischer Gewalt hätte ich doch vor anderen Männern.“ Er könne verstehen, wenn Frauen Männergruppen ausweichen wollten, so der Initiator.
Die Regionalzeitung veröffentlicht Fotos der Männer: Ein 65-jähriger Mann trägt einen gelb-blauen Rock über seiner Hose. „Es ist ja nicht so, dass alle Männer doof sind“, sagt er. „Aber man kann gelegentlich die klassischen Geschlechterrollen überdenken.“ Ein Mann mittleren Alters trägt den Rock seiner Tochter, er ist mit Sonnenblumen bedruckt. Männer wie Trump und Putin könnten keine Vorbilder für junge Männer sein.
Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte | 06.07.2026











