Die Brüsseler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die ING Belgien wegen ihrer möglichen Verwicklung in mutmaßliche Korruption und Geldwäsche des ehemaligen EU-Justizkommissars Didier Reynders. Der Zentrale Dienst zur Korruptionsbekämpfung (CDBC) untersucht, ob die Bank Reynders in einem möglichen Fall von „Einflussnahme“ gedeckt hat oder Bestechungsgelder angenommen hat, um seine Aktivitäten zu verschleiern, Warnsignale zu ignorieren oder absichtlich verzögert auf verdächtige Einzahlungen zu reagieren.
Das Ermittlungsverfahren, das im Mai eröffnet wurde, ist von dem Verfahren getrennt, das die Brüsseler Staatsanwaltschaft 2023 wegen mutmaßlicher Geldwäsche gegen Reynders eingeleitet hat.
Reynders soll rund 700.000 Euro in bar auf sein ING-Konto eingezahlt haben. Als Begründung soll er der Bank erklärt haben, das Geld stamme aus An- und Verkäufen von Kunstwerken – auch diese Behauptung wird nun überprüft. Nach Rückfragen der Bank soll Reynders dann damit begonnen haben, in großer Zahl Lottoscheine zu kaufen. Die daraus erzielten Gewinne flossen angeblich ebenfalls auf sein Konto.
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