Liebe in Zeiten der Nazi-Hysterie

vor mehr als 1 Jahr

Liebe in Zeiten der Nazi-Hysterie
Bildquelle: Tichys Einblick

Der oberbayerische Ort, in dem ich seit ein paar Jahren wohne, hat 6.500 Einwohner. Formal ist das eine Kleinstadt, in Wahrheit – meine neuen Nachbarn mögen mir vergeben – ist es ein Dorf. Ich bin gebürtiger Berliner und habe knapp fünf Jahrzehnte an der Spree gelebt, und bitte schön, 6.500 Einwohner: So viele hatte früher mein Straßenzug.

Hier auf dem Land läuft das Leben anders als in der Großstadt. Sehr anders. Man grüßt sich auf der Straße, auch wenn man sich gar nicht kennt. Die Kinder sagen „Bitte“ und „Danke“ und lassen an der Supermarktkasse freiwillig und klaglos die Senioren vor. Kleinigkeiten, die in der Summe gar nicht mehr so klein sind.

Auch die Partnerwahl ist anders.

Die jungen Frauen schauen recht früh nicht mehr nur nach besonders „feschen Burschen“, sondern lassen auch Eigenschaften in ihren Entscheidungsprozess einfließen, die in der großen Stadt weitgehend in Vergessenheit geraten sind: Steht der junge Herr schon mit beiden Beinen im Leben, hat er also einen ordentlichen Beruf und eine vernünftige Arbeit? Ist er zielstrebig und ehrgeizig? Ist er zuverlässig?

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