Nach dem gewaltsamen Tod des 23-jährigen Quentin Deranque sind in Lyon zahlreiche Menschen auf die Straßen gegangen. Die Demonstranten forderten „Gerechtigkeit für Quentin“ und ein konsequentes Vorgehen gegen gewaltbereite linksextreme Strukturen. Der Fall könnte nicht nur Auswirkungen auf die Kommunalwahlen in Frankreich haben, sondern auch die politische Landschaft langfristig verändern. NIUS-Reporter Eric Steinberg war live vor Ort.
Mehr als dreitausend Menschen haben am Samstag an einem von rechten Gruppen organisierten Marsch teilgenommen, nachdem der nationalistische Aktivist Quentin Deranque in Lyon Opfer einer linken Prügelattacke geworden war. Als er die rechte Feministengruppe Collectif Némésis bei einer Demonstration gegen den Auftritt von Rima Hassan schützen wollte, einer Europaabgeordneten der linksextremen Partei La France Insoumise (LFI), wurde er gemeinsam mit zwei weiteren Personen zusammengeschlagen und getreten.
Die Demonstranten fordern Gerechtigkeit für Quentin.
Im Fokus steht die französische Linke: Nach dem Mord an Quentin wurden elf Männer festgenommen, einige wegen Totschlags und Beihilfe angeklagt. Besonders brisant: Drei der Täter sind oder waren Mitarbeiter des linken LFI-Abgeordneten Raphaël Arnault, viele gehören der linksextremen Schlägertruppe „Jeune Garde“, übersetzt „junge Garde“, an, die der Abgeordnete 2018 selbst mitgründete. Nicht nur Arnault, sondern auch Parteiführer Jean-Luc Mélenchon stehen deshalb scharf in der Kritik.
Die Gruppe wurde eigentlich bereits im vergangenen Sommer verboten und aufgelöst, personelle Verbindungen in Politik und linksextremes Milieu blieben jedoch bestehen.
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