Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber (CSU), hat den Aufbau einer gemeinsamen europäischen Armee gefordert. Im Interview mit der Welt am Sonntag begründete er dies nicht nur mit den sicherheitspolitischen Herausforderungen Europas, sondern auch mit der Sorge vor einer möglichen künftigen Regierungsbeteiligung der AfD in Deutschland. Viele hätten Angst vor einer „stark aufgerüsteten deutschen Armee, die unter Kontrolle der AfD steht“, sagte er.
Niemand könne heute vorhersagen, wie die politischen Mehrheitsverhältnisse in fünf oder zehn Jahren aussähen. Deshalb solle die von Adenauer entwickelte Idee einer europäischen Armee wieder aufgegriffen werden, „damit keine Armee in Europa ihre Nachbarn mehr bedrohen kann oder im Krisenfall den Beistand verweigert“. Weber will also die Bundeswehr aus parteipolitischen Gründen schwächen.
In diesem Zusammenhang griff der CSU-Politiker auch das Wahlprogramm der AfD an. Dort heiße es, die Bundeswehr müsse „die besten Traditionen der deutschen Militärgeschichte leben“. Das sei „nicht Stauffenberg“, sondern „purer Nationalismus“. Der „Neonazi Höcke“ verkörpere für ihn genau dieses nationalistische Denken. Die AfD könne – ebenso wie die Partei von Marine Le Pen in Frankreich – „unseren Friedensverbund EU sprengen“.











