Mit einem gesellschaftsrechtlichen Hütchenspielertrick versucht der gewaltig unter Druck geratene Kulturstaatsminister im Kanzleramt, Wolfram Weimer, seinen Rücktritt hinauszuzögern. Nach allem, was bisher über die Geschäftspraktiken seiner Weimer Media Group bekannt geworden ist, kann er dieses Amt nicht länger ausführen.
Weimers Abwehrtaktik, berechtigte Vorwürfe als rechte Kampagne abzutun, verfing bei den sogenannten Leitmedien noch, als es zunächst um massenhafte Urheberrechtsverstöße bei seiner aus Fremdtexten zusammengestückelten Internetseite The European ging. Damit entging ihnen die Chance, der brandmauerrelevanten Frage nachzugehen, weshalb sich der Merz-Vertraute ausgerechnet mit der Gastautorin Alice Weidel schmücken wollte.
Diesen Montag öffnete sich der Vorhang zum zweiten Akt: Apollo News veröffentlichte Werbeunterlagen der Weimer Media Group, mit denen das Unternehmen zahlungskräftige Gäste für seinen Ludwig-Erhard-Gipfel an den Tegernsee locken will. Versprochen wird darin „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“. Und wer sich erkundigt, wie man mit diesen Entscheidungsträgern während des mehrtägigen Treffens am besten in Kontakt kommt, dem wird empfohlen, eines der höherpreisigen Gipfelpakete zu buchen: das Matterhorn-Paket für 60.000 Euro und das Montblanc-Paket für 80.000 Euro. Denn dann könne man an der „exklusiven Executive Night“ teilnehmen. Minister seien dort auf jeden Fall, vielleicht sogar der Bundeskanzler.
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