Schriftstellerin Monika Maron über ihre Kindheit: „Ich schielte, war polnisch, jüdisch und unehelich“

vor 3 Monaten

Schriftstellerin Monika Maron über ihre Kindheit: „Ich schielte, war polnisch, jüdisch und unehelich“
Bildquelle: NiUS

Angepasst hat sich Monika Maron nie. Wer die gerade erschienenen Tagebücher („Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig“) der Schriftstellerin liest, macht gleich zu Beginn Bekanntschaft mit ihrer Korrespondenz mit der damaligen SED-Spitze. Es geht um das Verbot ihres ersten Romans „Flugasche“ in der DDR, um Ausreise-Visa und schlichte Geldnot, weil ohne Veröffentlichung keine Honorare flossen. Im Gespräch bei „Schuler! Fragen, was ist“ will ich wissen, woher dieser Trotz kommt, dieser Unwille, sich mit den Herrschenden und ihren Verhältnissen zu arrangieren.

Das ganze Gespräch zwischen Monika Maron und Ralf Schuler lesen Sie hier:

Monika Maron stammt aus einer stramm kommunistischen Familie und ließ sich schon von dieser Ideologie nicht überzeugen. Woher kommt das? Maron wehrt ab: „Wenn man versucht, sich selbst zu erklären, warum man ist, wie man ist, wird es immer schwierig“, sagt sie. „Man bastelt sich da womöglich eine schmeichelhafte Lebensgeschichte zurecht.“ Ein Erklärungsversuch betrifft die schwierige Situation, in der sie aufwuchs. „Ich glaube, dass ich eine seltsame Kindheit hatte. Ich war ja die ersten zehn Jahre im Westen mit meiner kommunistischen Familie, also meiner Mutter, meiner Tante und allem, was dazugehörte. Ich war der einzige Pionier in meiner Klasse, ich schielte, ich war polnisch, jüdisch und unehelich. Also viel mehr geht eigentlich nicht.“

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