Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) will von nun an immer die Nationalität von Tätern bei Straftaten nennen. In den Leitlinien, die laut Blick.ch geändert wurden, heißt es nun: „Wir wollen und müssen – wie bei anderen Themen auch – so präzise und transparent berichten wie möglich. Deshalb gehört es dazu, auch die Nationalität von Täterinnen, Tätern und Opfern zu nennen.” So wolle man der Verbreitung von Falschinformationen und Gerüchten entgegenwirken.
Auf Anfrage der Zeitung gibt der SRF bekannt, dass man sich an „journalistische Realitäten” anpasse. Denn bisher war es so, dass die Nationalität nur dann genannt werden sollte, wenn sie für die Tat entscheidend war oder ein öffentliches Interesse bestand. Mit der neuen Regel will man vorgeblich auch Diskriminierung verhindern: „Wurde die frühere Regelung nicht korrekt angewendet, bestand ein Diskriminierungsrisiko. Dieses ist mit der konsequenten Nationalitätsnennung beseitigt.”
Auch in der Politik wird die Frage debattiert, ob die Nennung der Nationalität immer sinnvoll sei. Die Nationalrätin Tamara Funiciello von der Sozialdemokratischen Partei lehnt das ab. Was fast alle Täter gemeinsam hätten, sei das Geschlecht. Doch darüber hinaus sei Gewalt ein komplexes Phänomen. „Sozio-ökonomische Umstände, Traumata, Gesinnung, Erziehung und weitere Faktoren spielen eine Rolle, genauso wie die Situation der Opfer.” Der SRF ist Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Schweiz und für die deutschsprachige Schweiz zuständig. Der gesamte Rundfunk hat 2025 und 2026 ein Gesamtbudget von 1,25 Milliarden Schweizer Franken zur Verfügung.
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