Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) steht seit Jahren wegen einer massiven Korruptionsaffäre unter Druck. Millionen Euro an öffentlichen und gemeinnützigen Geldern sollen zweckentfremdet worden sein. Nun bringt ein laufendes Gerichtsverfahren neue Details ans Licht: Eine Tochterfirma der Frankfurter AWO überwies 2019 rund 30.000 Euro an eine Privatdetektei. Diese erhielt den Auftrag, sowohl Informanten innerhalb der Organisation als auch einen Journalisten der „Frankfurter Neuen Presse“ (FNP) auszuspionieren. Zuerst berichteten Hessenschau und Welt über den Vorgang.
In einer E-Mail, die der Welt vorliegt, bestätigt die Staatsanwaltschaft Frankfurt die Zahlung an die Privatdetektei. Wörtlich heißt es darin, es sei ein Auftrag über 30.000 Euro erteilt worden. Allerdings könne man nicht angeben, welcher Journalist konkret von dem Spionageauftrag betroffen gewesen sei. Gegenüber Welt präzisierte die Behörde jedoch, dass die Überweisung Mitte August 2019 erfolgte.
Die AWO-Kreisverbände in Frankfurt und Wiesbaden wurden über Jahrzehnte von denselben Geschäftsführern geführt: Jürgen und Hannelore Richter. Sie sollen in dieser Zeit überhöhte Gehälter kassiert, teure Aufträge ohne Gegenleistung vergeben und Vetternwirtschaft betrieben haben. Erst 2019, nach kritischen Berichten lokaler Medien, wurde das Ausmaß sichtbar.
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