Verdopplung binnen eines Jahrzehnts: Zahl der Vergewaltigungen steigt massiv

vor 3 Monaten

Verdopplung binnen eines Jahrzehnts: Zahl der Vergewaltigungen steigt massiv
Bildquelle: Tichys Einblick

Seit 2018, als die Statistik noch bei 8.106 Delikten lag, zeigt sich somit ein kontinuierlicher Aufwärtstrend, im Schnitt kam es in Deutschland im Vorjahr zu 38 Vergewaltigungen pro Tag. Besonders auffällig sind die regionalen Entwicklungen: In Berlin stieg die Zahl um 12,3 Prozent auf 1.357 Fälle, in Brandenburg um 4,4 Prozent auf 310 Fälle.

Der Vergleich mit früheren Jahren: Im Jahr 2005 registrierte die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts (BKA) 8.133 Fälle von Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung (nach dem damaligen § 177 StGB, einschließlich Versuche). Zehn Jahre später, 2015, lagen die Zahlen bei 7.022 Fällen. Im direkten Vergleich der Jahresbilanzen wäre die Zahl der Vergewaltigungen mit Beginn der großen Migrationswellen um fast einhundert Prozent gestiegen.

Allerdings: Die große Strafrechtsreform 2016 unter dem Motto „Nein heißt Nein“ hat die Definition sexualisierter Gewalt erheblich erweitert, viele Formen nicht-einvernehmlicher sexueller Handlungen wurden neu oder strenger unter Strafe gestellt. Hinzu kommt angeblich eine messbar gestiegene Anzeigebereitschaft der Betroffenen, wie das BKA und das Bundesinnenministerium in früheren PKS-Berichten stets betonen. Kampagnen wie #MeToo sowie ein stärkeres gesellschaftliches Bewusstsein für Opferrechte tragen dazu bei, dass mehr Taten in die Statistik gelangen. Das Dunkelfeld – nicht angezeigte Fälle – bleibt dennoch groß, wie Studien der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zeigen.

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