Zeiten ändern sich. Das ist ganz normal und auch gut so. Doch kaum eine Epoche wie die der Digitalisierung hat menschliche Beziehungen so grundlegend verändert. Liebe, Sex und Zärtlichkeit suchen viele online. Unsere romantischen Bestrebungen haben sich auf den Glanz unserer Smartphone-Bildschirme und das Wischen eines Fingers beschränkt.
Man könnte meinen, dass Apps es uns leichter machen, mit Menschen in Kontakt zu treten. Schließlich würden wir potentiellen Matches im Alltag nie begegnen. Oder zumindest den meisten nicht. Während Online-Dating-Plattformen also neue Liebes-Möglichkeiten eröffnet haben, scheint sich ein seltsamer Trend eingestellt zu haben: Wer heute online datet, lernt schneller die Parteipräferenz seines Gegenübers kennen als dessen Hobbys oder Nachnamen.
Dating-Apps haben das Kennenlernen in eine seltsame Mischung aus Bewerbungsverfahren und Werteprüfung verwandelt. Romantik verpuffte, während Politik zu einem wichtigen Filter wurde. Diese Apps erlauben es, die eigene politische Ausrichtung im Profil anzugeben. Außerdem kann man danach gezielt filtern. So werden nur Personen angezeigt, die politisch passen. Bumble und Hinge erlauben beispielsweise die Auswahl politischer Ausrichtungen (liberal, konservativ, eher links, eher rechts). Tinder ist dabei noch einen Schritt weiter gegangen und hat zur Bundestagswahl 2025 den Wahl-O-Mat direkt in die App eingebaut. Das Ergebnis konnte direkt im Profil geteilt werden. Wer sich also vorher unsicher war, wo er politisch steht, konnte das Rätsel hiermit lösen.
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