„Unsere Nationen erwachen, wir werden nicht zulassen, dass die neomarxistische Ideologie oder der Green Deal dominieren!“ Und: Gemeinsam wolle man verhindern, dass Polen und Rumänien zu „Provinzen der EU“ degradiert würden.
Der Mann, der einige Tage zuvor diese forsche Ansage vor einer jubelnden Menge und einem Meer polnischer Nationalflaggen im oberschlesischen Hindenburg (polnisch Zabrze) macht, ist Karol Nawrocki, der als parteiloser Kandidat für die nationalkonservative polnische Partei für Recht und Gerechtigkeit (PiS) an diesem Sonntag zur Präsidentenwahl in Polen antritt.
An seiner Seite stand bei dieser Wahlkampfkundgebung mitten im Kohlerevier Oberschlesiens der Rumäne George Simion, der an demselben Sonntag ebenfalls eine Schicksalswahl zu bestehen hat: Er geht als Favorit in die Stichwahl um die Neubesetzung des Präsidentenamts in Rumänien.
Die ungewöhnliche Allianz aussichtsreicher Kandidaten aus zwei EU-Ländern im Osten Europas, die in der Vergangenheit nur selten gemeinsame Ziele verfolgten, wirft ein Schlaglicht darauf, was bei dieser doppelten Präsidentenwahl auf dem Spiel steht.
Im Kern geht es darum, ob die EU-hörigen alten Eliten, die von Brüssel mit allen – auch unlauteren –Mitteln gestützt werden, weiterhin am Ruder bleiben und reibungslos mitspielen, oder ob sich neue Strömungen und Mehrheiten in den Nationen, die von der zentralistischen EU-Ideologie abweichende nationale Interessen verfolgen, auch in der Besetzung der höchsten Ämter im Staat niederschlagen können.
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