Die Verrohung unserer Kommunikationskultur ist zu beklagen. Daran kann kein Zweifel bestehen. Da sind zum einen die sozialen Medien, in denen, oft unter dem Schutz der Anonymität, ohne jede Selbstdisziplin gegeifert wird.
Und der Hang, den Kommunikationspartner als Gegner zu begreifen, lässt sich mittlerweile oftmals auch abseits der digitalen Welt feststellen: Durch die Kommunikation in Echokammern entsteht nicht selten ein Feindbild, das Menschen mit Weltanschauungen, die von der eigenen abweichen, nur unter dem Blickwinkel eines politischen oder ideologischen Programms betrachtet: Der Grünenwähler, der AfD-Sympathisant, der Moslem, der Migrant. Diese Schubladisierungen erleichtern es, sich dazu berechtigt zu fühlen, den andern mitunter massiv anzugreifen.
Abseits dieser Entwicklung gibt es aber eine weitere, die nicht weniger beklagenswert und womöglich noch beunruhigender ist: Es ist die, im Namen des Anstands und der Toleranz den Rahmen dessen, was gesagt werden darf, immer weiter einzuschränken.
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