Die SPD war eine Arbeiterpartei – das war zumindest in der alten Bundesrepublik ein selbstverständlicher Satz, eine banale Wahrheit wie „Wasser ist nass“. Auch in den 2000er Jahren regierte lange eine starke SPD, deren Rückgrat die Arbeiter und einfachen Angestellten waren.
Mittlerweile sind diese Zeiten vorbei: Arbeiter wählen nicht mehr die SPD, und man kann es ihnen auch nicht verübeln. Denn wenige Parteien haben so konsequent Politik gegen die Interessen ihrer Anhänger gemacht wie die Sozialdemokratie, die sich schon lange von ihrer einstigen Stammwählerschaft verabschiedet hat. Die SPD hat in den letzten 20 Jahren eine Transformation durchgemacht, die ihren Niedergang auch in großen Teilen erklärt: Aus der sprichwörtlichen „Partei der Arbeiter“ wurde eine „Partei der Eliten“.
Es war nicht, wie es so oft heißt, der böse „Neoliberalismus“ Marke Gerhard Schröder, der die SPD durchsetzt und ihren Niedergang herbeigeführt hat – es war die „Durchgrünung“ der SPD. Denn sie ist mittlerweile Komplize bei genau der grünen Politik, die dem einst klassischen SPD-Wähler schadet. Der politische Platz für eine Sozialdemokratie, die die Interessen der „kleinen Leute“, der Arbeiter und Angestellten im Blick hat, ist vakant.
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