Am Donnerstagabend zwischen 17 und 18 Uhr stieg der Strompreis massiv an. Eine Megawattstunde kostete an der Börse 936 Euro – ein absolutes Rekordhoch in Deutschland. Selbst in der Energiekrise waren die Preise nie über 900 Euro gestiegen, der alte Höchstwert lag am 29. November 2022 bei 871 Euro. Als der Strompreis am Donnerstagabend um 17 Uhr begann, seinen Rekordstand zu erreichen, machte die konventionelle Stromerzeugung mit 44,99 Gigawattstunden pro Stunde 83,7 Prozent der Gesamtstromerzeugung aus.
Vor allem Erdgas mit 20,59 Gigawatt in der Stunde und Kohle mit 18,4 Gigawatt sowie Pumpspeicher mit 2,8 Gigawatt lieferten den benötigten Strom. Erneuerbare Energien trugen nur mit insgesamt 8,78 Gigawatt in der Stunde zur Stromversorgung bei, 16,3 Prozent der Gesamterzeugung. Solaranlagen brachten keine Erzeugnisse ein, auch die Windkraft konnte nur mit etwa 1,5 Gigawatt Strom liefern. Der Rest kam aus Wasserkraft und Biomasse. Zwischen 17 Uhr fehlten demnach etwa 13 Gigawatt Strom – der importiert werden musste.
Obwohl es Kraftwerke gibt, die von der Bundesnetzagentur angefordert werden können, wurden die Reserve-Kraftwerke am Donnerstag gar nicht oder nicht vollständig genutzt. Der Kraftwerksbetreiber Steag bestätigte gegenüber dem Handelsblatt, dass keines seiner systemrelevanten Kraftwerke aktuell im Einsatz sei. Die regulären Kraftwerke in Herne und Duisburg-Walsum laufen derweil annähernd unter Volllast.
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