Nach Fernandes-Debatte: Die symbolische Kastration – wie Männer lernen sollen, sich selbst zu hassen

vor 3 Monaten

Nach Fernandes-Debatte: Die symbolische Kastration – wie Männer lernen sollen, sich selbst zu hassen
Bildquelle: NiUS

Was als Empörung über einen sehr spezifisch gelagerten Fall Fernandes/Ulmen beginnt, wird unter Linken unmittelbar in eine Generalanklage gegen den Mann als solchen überführt. Begleitet von brutalen Gewaltfantasien sollen Männer sich als Teil eines universellen Täter- und Schuldzusammenhangs begreifen. Die Selbstverachtung, auf die eine solche Programmatik der Selbstkasteiung zielt, führt sicher nicht zu Menschen, die sich selbst oder anderen guttun können.

„Männer sind Müll“ – mit dieser Parole war für mich Schluss mit dem sogenannten Netzfeminismus. Es war 2018: Linksmedien hatten noch Oberwasser. Sie verteidigten diesen Hashtag, statt ihn auf den Müllhaufen abstoßenden Gedankenguts zu werfen. Eine Autorin interpretierte ihn in der taz als Beginn eines soziologischen Nachdenkens: „Gibt es (…) bei der Erziehung von Männern gemeinsame Elemente, die Gewalttätigkeit, Rücksichtslosigkeit und Grenzüberschreitung fördern?“

Menschen als Abfall zu bezeichnen, der auf Müllhalden entsorgt wird – so, wie es Mörder aus Verbrecherkartellen mit den Leichen ihrer Opfer tun –, galt dieser intellektuell verwahrlosten taz-Autorin als Anlass für systemische Fragen.

Acht Jahre später geht es um Vorwürfe gegenüber einem prominenten Mann. Der Hashtag #MenAreTrash wird im Netz immer noch benutzt, wenn auch nicht mehr so häufig. Das bedeutet nicht, dass das Gedankengut im entsprechenden Milieu verschwunden wäre. Im Gegenteil: Die Gewaltfantasien sind längst nicht mehr nur latent in brutalisierter Sprache enthalten. Leonie Plaar, Instagram-Influencerin und Liebling öffentlich-rechtlicher Medien, äußerte mörderische Fantasien.

„Ich will nicht, dass Christian Ulmen jetzt gecancelt wird. Ich will, dass er und alle anderen Täter an ihren großen Zehen auf den Marktplätzen dieser Nation aufgehangen und öffentlich kastriert werden.“ Abgesehen davon, dass es „aufgehängt“ heißen muss, ist hier zweierlei bedeutsam:

Erstens geht ihr Cancel Culture nicht weit genug. Gesellschaftliche Ächtung und soziale Vernichtung bis hin zur Existenzbedrohung wären für sie als Strafe für ein Verbrechen, für das der Mob Ulmen vor jeder Gerichtsbarkeit schuldig gesprochen hat, Ausdruck eines zu laschen Umgangs mit solchen Tätern.

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