Mit einer schon beeindruckenden Dreistigkeit düpiert die Regierung von Syriens Machthaber Ahmed al-Scharaa den deutschen Bundeskanzler. Dieser berief sich auf ihn, als er davon sprach, 80 Prozent der Syrer sollten binnen drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren. Das Drama rund um diesen Kanzler-Satz entfaltete sich unmittelbar danach, als Medien diesen Merz-Satz als Vorhaben interpretierten und meldeten.
Am Tag darauf erklärte al-Sharaa kühl in London: Diese Zahl von 80 Prozent war eine Zahl des „Herrn Kanzlers“. In Berlin hatte er noch wiederholt betont, dass Syrien ein Interesse an der Rückkehr vieler Syrer habe. Aber eben auch, „dass die, die hier bleiben wollen, natürlich auch weiter arbeiten können“. Oder auch nicht arbeiten, wenn man sich die Zahlen der Syrer im Bürgergeld anschaut.
Sein Außenminister erklärt jetzt: Die Syrer in der Diaspora, also auch und vor allem die 900.000 Syrer in Deutschland, seien für Damaskus ein „strategisches nationales Gut. Wir lehnen jegliche Versuche der Zwangsumsiedlung entschieden ab“. Man werde mit „Partnern“ zusammenarbeiten, „um die Infrastruktur wiederherzustellen und ein sicheres Umfeld zu schaffen, das der freiwilligen und würdevollen Rückkehr gerecht wird.“
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