Samet Yilmaz hat die Stichwahl gegen den parteilosen Gerrit Derkowski (Ex-Tagesschau-Sprecher) gewonnen und wird als erster Grüner neuer Oberbürgermeister der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. Im Oktober hatte ein Spiegel-Bericht allerdings enthüllt, dass Yilmaz, Referatsleiter im Landesverfassungsschutz, seinen Posten verlor, weil er sich offenbar für türkische Rechtsextremisten eingesetzt hatte.
Yilmaz hatte beim im Innenministerium angesiedelten Verfassungsschutz mit der Auswertung von Aktivitäten in der türkischen Extremismus-Szene zu tun, etwa den rechtsextremen „Grauen Wölfen“ und der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK. Wie der Spiegel vermeldete, soll Yilmaz die Durchführung des „Türkischen Tags“ am 8. Juni dieses Jahres unterstützt haben.
Diese Veranstaltung wird seit Jahren im Landesverfassungsschutzbericht als Bühne der Ülkücü-Bewegung, auch bekannt als „Graue Wölfe“, aufgeführt, eine ultranationalistische, rassistische und gewalttätige Bewegung, die als eine der größten rechtsextremen Organisationen in Deutschland gilt. Yilmaz soll sich „mit Nachdruck“ dafür eingesetzt haben, dass die Abbauarbeiten des Festes trotz fehlender Genehmigung verlängert werden sollten.
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