Die Berliner Polizei hat gerade zwei Sonderkommissionen im Bereich der Organisierten Kriminalität gebildet. Nein, Sie sind nicht im falschen Text, lieber Leser. Denn die eine SoKo heißt „Ferrum“, die andere heißt „Telum“.
Das ist Latein und steht für Eisen (ferrum) und für Waffe (telum).
Wenn es nach Winfried Kretschmann geht, wird so etwas schon bald nicht mehr vorkommen: weil niemand mehr die verwendeten Vokabeln versteht. Der scheidende grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg spricht sich in einem Interview mit der Wochenzeitung „Zeit“ gegen einen zweiten Fremdsprachenunterricht an den Schulen aus:
„Wenn das Handy Gespräche in fast jede Sprache der Welt in Echtzeit übersetzen kann – brauchen wir dann noch eine zweite Fremdsprache in der Schule als Pflichtfach?“
Auch die Beherrschung der Rechtschreibung hält der 75-Jährige, der in einem früheren Leben selbst einmal Lehrer war, für entbehrlich. Warum, so sagt er, sollte das für Schüler wichtig sein, „wenn das Schreibprogramm alles korrigiert“?
Im internationalen Vergleich schifft Deutschland bei den Bildungsstandards bekanntlich regelmäßig ab. Die Universitäten klagen über Abiturienten, die kaum lesen und schreiben können. Die Betriebe klagen über Lehrlinge, die noch nicht einmal die Grundrechenarten alltagstauglich beherrschen. Selbst ein angehender Hotelfachmann muss halt wissen, wie man ein Stück Torte am besten in zwölf oder in 16 Stücke aufteilt.
Zu verdanken hat unser Land der Dichter und Denker diesen erbärmlichen Zustand solchen selbsternannten Bildungsexperten wie Winfried Kretschmann.
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