Wenn man sich eine krachende Niederlage einfangen will, muss man es genauso anstellen wie Kanzler Friedrich Merz (CDU). „Ich werde heute Abend noch einmal mit dem Koalitionspartner sehr ernsthaft reden“, sagte Merz am Montagabend beim Deutschen Bankenverband. „Mir reicht das nicht, was wir bisher geschaffen haben. Wir laufen immer noch hinter der Kurve. Wir sind nicht vor der Kurve, sondern wir müssen jetzt sehen, dass wir sehr schnell diese Reformen durchsetzen.“
Immer wieder stellt sich Merz auf offener Bühne hin, mit der Attitüde eines preußischen Feldwebels, der seine Rekruten springen lassen will. „Ich erwarte von den Sozialdemokraten, dass sie auch manche Blockade auflösen, die wir in den letzten Wochen und Monaten leider immer wieder gehabt haben.“ Kein Politiker mit Resten von Selbstachtung kann nach solchen Sprüchen auch nur einen Millimeter nachgeben, selbst, wenn er das vorher geplant hatte. Wenn SPD-Chef Lars Klingbeil und seine Genossen vorhatten, auf die Union zuzugehen und harte Sozialreformen mitzutragen, nach Merz’ Herrenreiter-Auftritt müssten sie sich wie kuschende Pudel des Kanzlers vorkommen und den Sauerländer eher wegtreten lassen, als Zugeständnisse zu machen.
„Wir müssen und werden den Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge stoppen“, kündigte Merz an und lässt dabei oft seinen Koalitionspartner zurück.
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