Wirtschaft beschleunigt Stellenabbau: Fünf Bewerber pro offene Stelle

vor 5 Monaten

Wirtschaft beschleunigt Stellenabbau: Fünf Bewerber pro offene Stelle
Bildquelle: Tichys Einblick

In Berlin hat das große Zittern begonnen. Seit ziemlich genau sieben Monaten geht die deutsche Wirtschaft nunmehr mit dem überdimensionierten Schuldenpaket der Bundesregierung schwanger – und gebiert aus wirtschaftlicher Sicht bislang: nichts. Kein Wachstum in Sicht, Enttäuschung macht sich breit im Berliner Regierungsviertel.

Ein Versuch, Politikern darzulegen, dass künstliche Staatsnachfrage keine Werte schafft, sondern lediglich die Statistik des Bruttoinlandsprodukts schönt, wäre wohl Perlen vor die Säue geworfen. Und dennoch hoffen Bundeskanzler Friedrich Merz und sein Kabinett auf positive Schlagzeilen aus der Wirtschaft, um sich doch noch auf wundersame Weise über die Ziellinie des Superwahljahrs 2026 zu wurschteln.

Als hätte man im Kanzleramt eine frühe Erfolgsmeldung per Knopfdruck bestellt, meldete der HCOB PMI des Dienstleistungsbereichs (Purchasing Managers Index) einen Anstieg im Januar von 52,7 auf 53,3 Punkte, ein Drei-Monats-Hoch.

Eine Zahl, die in Berlin falsche Hoffnungen weckt. Denn was sich hinter dem Zahlenwerk verbirgt, ist ziemlich präzise das Gegenteil dessen, was jetzt so dringend geschehen müsste: Der Dienstleistungssektor in Deutschland bereinigt seine Bücher, entlässt massiv Personal, um kurzfristige Effizienzgewinne zu realisieren. Wir erleben die zwingende Reaktion der Wirtschaft auf die immer weiter steigenden Energiekosten und höheren Faktorpreise, die, sichtbar gemacht im Inflationsindex, an die Kunden weitergegeben werden und den Indexwert aufhübschen. Preisbereinigt geht es weiter bergab.

Und die zahllosen neuen Regulierungen, die sich in diesen Wochen aus Brüssel und Berlin über der Wirtschaft abregnen, stellen sicher, dass sich an diesem Befund auch nichts ändern wird. Ein ganzes Bündel neuer Emissionsrichtlinien, Grenzausgleichssysteme, neue Datennutzungsstandards und zahllose weitere Ideen aus den fleißigen Bürokraten-Thinktanks der EU machen den Betrieben nun das Leben zusätzlich schwerer – es muss sich dabei wohl um die vielgerühmte Entbürokratisierung handeln, von der Friedrich Merz fortwährend phantasiert.

Wählen wir einen weiteren Datenpunkt, der uns einen Hinweis auf die tiefe Krise der deutschen Wirtschaft gibt. Aktuelle Zahlen aus dem Gastgewerbe zeigen, dass sich auf lediglich 19.000 offene Stellen inzwischen über 97.000 Anwärter bewerben.

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