„Eigentlich“ ist ein tückisches Wort. Besonders in der Wirtschaftslehre. „Eigentlich“ beschreibt im Grunde nichts anderes als die Fehlbarkeit des menschlichen Verstandes. Wenn Dinge „eigentlich“ nicht hätten passieren dürfen, sind sie doch passiert.
Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, weist in seiner jüngsten Kolumne nach, wie weit gerade vermeintliche „Experten“ in den zurückliegenden Jahren neben der Spur lagen, wie grundlegend sie irrten, und warnt davor, sich beim Thema der deutschen Milliarden-Schulden in trügerischer Sicherheit zu wiegen.
„Die Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff untersuchten in ihrem bahnbrechenden Buch ‚This time is different‘ akribisch die Finanzkrisen der letzten acht Jahrhunderte. Obwohl die Finanzkrisen in verschiedenen Ländern und Jahrhunderten unter sehr unterschiedlichen Bedingungen stattfanden, wiesen ihre Verläufe bemerkenswerte Parallelen auf.“ Steiger erkennt ein besonders häufig wiederkehrendes Muster: „In spekulativen Preisblasen wird immer wieder die Behauptung ausgerufen, dass ökonomische Gesetze in dieser speziellen Situation nicht mehr gelten würden, da sich die Rahmenbedingungen geändert hätten.“
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