Sie ist eine der verrückteste linken Internet- und Kulturblasen: die Buchblogger-Blase auf Instagram und TikTok. Zwischen Social Media und Verlagen bildet sie eine Art Scharnier. Eine Autorin und eine Influencerin haben nun die Zensur eines ihrer lustigsten Protagonisten initiiert: des „Bücherschranks“. Sein Verbrechen: Falscher Humor. Auch Ulf Poschardt und Philip Hopf melden sich zu Wort.
Es ist wohl schwierig, woker zu sein als die Buchbloggerblase auf Instagram. Fast täglich teilen Influencer und Autoren hier Kacheln, in denen sie irgendwelche abstrusen Verhaltensregeln oder Begriffsbestimmungen aufstellten. In Videos erzählen sie von ihren psychischen oder vermeintlich psychischen Problemen oder sie stellen ihren angeblichen Opferstatus aus – irgendetwas, das sie besonders macht und das dann natürlich auch ständig Thema in den Büchern ist, die sie besprechen.
In diese selbstreferenzielle Welt aus bunten Buchdeckeln, Selfies und Lichterketten-behangenen Bücherregalen – man muss ehrlicherweise sagen, die Akteure sind vor allem Frauen – hat ein Blogger so etwas wie den absoluten Antagonisten zum linken, stets fragilen Wohlgefühl entworfen.
Eher nicht so divers: Die TikTok Book Awards gingen auf der Frankfurter Buchmesse 2024 ausschließlich an Frauen.
Zwischen etwa 100 deutsch-stämmigen Damen, die sich vor Kaminfeuern erzählen, wie bunt und vielfältig sie sind, sitzt der iran-stämmige Influencer mit dem Alias „Der Bücherschrank“ in seinen Videos mit großer, schwarzer Sonnenbrille von Oliver Goldsmith, breiten Schultern, Bart – und ja, migrantischen Aussehen – vor einem Bücherregal und rezensiert mal Hesse, Arnold Schwarzenegger oder redet in Formeln wie „Buch wie ein Disstrack“ von linker Moral, Christan Kracht oder Feminismus.
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